Ventizz Capital kauft kräftig ein

Börsen-Zeitung, Zeitung für die Finanzmärkte
Ausgabe 26 vom 07.02.2006

Mehrheit an Börsenneuling Ersol in der Schublade - Erfolge bei Auslandsinvestoren

wb Frankfurt – Bei Ventizz Capital Partners geht es Schlag auf Schlag: Die Beteiligungsgesellschaft, die sich auf kleinere Technologie-Buy-outs konzentriert, ist in wenigen Tagen vier Beteiligungen eingegangen. Investiert wird aus einem Fonds, der im Frühjahr mit einem Volumen von deutlich mehr als 100 Mill. Euro geschlossen werden soll.
Ventizz hatte im Oktober den Solarwert Ersol an die Börse gebracht, der zu 42 Euro platziert wurde und nun bei 58,60 Euro steht. Ventizz hält noch 51,2% an der 574 Mill. Euro schweren Gesellschaft; die Haltefrist läuft Ende März aus. Jüngster Beteiligungszugang ist die Medos Medizintechnik AG, die als "führender Hersteller von Herzunterstützungssystemen" beschrieben wird. S-UBG aus Aachen, WGZ Initiativkapital in Münster und Familiengesellschafter haben ihre Anteile veräußert. Der Preis liege bei einem niedrigen zweistelligen Millionen- Euro-Betrag, sagte Ventizz-Vorstandssprecher Helmut Vorndran der Börsen-Zeitung.
Medos mit Sitz in Stolberg bei Aachen (185 Beschäftigte) wurde den Angaben zufolge 1984 gegründet und sei mit 21 Mill. Euro Umsatz der einzige Anbieter von Herz- und Kreislaufunterstützungssystemen, der sowohl die kurzfristige Herzchirurgie als auch die mittel- und langfristige Herzunterstützung abdecke. Ventizz beabsichtige, weitere Mittel für das Wachstum zur Verfügung zu stellen.

Kleinere Techno-Buy-outs

Ventizz Capital Partners Advisory AG wurde 2000 in Düsseldorf gegründet. Man habe, so sagt Helmut Vorndran, als "Small-Cap-Technology-Buy-out"-Haus Alleinstellungsmerkmale hierzulande. Die drei General Partner Helmut Vorndran, Reinhard Löchner und Willi Mannheims beraten zurzeit drei Fonds mit einem investiertem Kapital von 150 Mill. Euro.
Bis heute hat Ventizz nach eigenen Angaben in 21 technologieorientierte Unternehmen investiert. Vor Medos wurde in den Chipkartenhersteller Cardfactory AG investiert sowie in QSil Quarzschmelze Ilmenau, den zwei Venture-Capital-Firmen veräußerten. In Kürze werde die Übernahme von AEM Tech in Berlin, einer Ausgliederung aus Infineon, bekannt gegeben. Alle diese Investments werden aus dem aktuellen Fonds III gespeist, der beim First Closing 50 Mill. Euro hatte. "Das Fundraising läuft sehr gut", berichtet Helmut Vorndran. Der Fonds II sei nach wenigen Monate des Einwerbens überzeichnet gewesen und bei 70 Mill. Euro geschlossen worden. Auch bei Fonds II spüre man ein günstiges Klima bei den Investoren. Allerdings: Deutsche institutionelle Anleger hat Ventizz überhaupt keine. Vielmehr speisten sich die Mittel aus amerikanischen, britischen und französischen Dachfonds. Das von Ventizz verfolgte Geschäftsmodell gebe es hierzulande bisher ansonsten nicht, wohl aber sei es in den USA anzutreffen.
Die Hauptdifferenzierung zu anderen Venture-Capital-Gesellschaften liege im unternehmerischen Background und den operativen Erfahrungen des Managements. Mit dem ersten Fonds 2000 wurden acht junge Technologieunternehmen aus IT, Medizintechnologie, Nanotechnologie und Photovoltaik mit über 30 Mill. Euro Wachstumskapital finanziert. 2004 wurde der Fonds II eingesammelt. Der Börsengang des Portfoliounternehmens Ersol Solar Energy AG aus Erfurt sei für Ventizz bei 50facher Überzeichnung in großer Erfolg gewesen.

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